Der verseuchte Sieg gegen die Bayern

Nach dem 13.Spieltag war die Gladbacher Welt ein Hort der Glückseligkeit. Man hatte gerade gegen die Bayern gewonnen, lag auf einem Champions-League-Platz und hatte die Aussicht gegen die auf Platz 14 liegenden und schwächelnden Wolfsburger am nächsten Spieltag die Position weiter zu festigen. Vielleicht überschätzten sich die Borussen, denn es kam zum Absturz. Schauen wir uns die ersten 13 Spieltage zu den darauf folgenden 8 Spieltagen im Vergleich an.

Vergleich der Spieltage 1-13 und 14-21

Nach 8 weiteren Spieltagen kann man schon eine erste Tendenz ausmachen, wohin die Reise der Borussia gehen könnte. Der Absturz stellt sich sich tabellarisch als ein Absturz vom Champions-League-Anwärter zu einem Abstiegskandidaten dar.

Die Borussia gewann 2 Spiele, spielte ein mal unentschieden und verlor 4 mal. Sicher muss man auch im Kopf behalten, dass in den 4 Spielen der VA nicht der Freund der Borussia war und es auch 3-5 Punkte mehr hätte gegeben können. Wobei die nicht gegebenen Elfmeter auch erst einmal hätten verwandelt werden müssen. Hätte, hätte, hätte, denn andererseits waren die beiden gewonnen Spiele gegen den HSV und Augsburg keine überragenden Spiele der Borussia.

Woran liegt dieser Absturz in erster Linie?

Mögliche Gründe für den Absturz

Es lag wohl eher nicht an der Zweikampfquote (13.→9.), Passquote (5.→5.) und Ballbesitzquote (8.→4.), hier verbesserte sich die Borussia leicht. Bemerkenswertes ist jedoch in der Laufleistung zu beobachten. Hier lag die Borussia zunächst auf Platz 3 und legte in der Folgezeit nochmals einen Kilometer oben drauf. Jedoch verbesserten sich praktisch alle anderen Mannschaften und die meisten deutlich mehr als die Borussia, so dass diese auf Platz 11 abrutschte.

Das mag einer der Gründe sein, ob es ein entscheidender ist lässt sich nur schwer sagen. Schauen wir uns einen vermeintlich wichtigeren Faktor an, der in der Diskussion der letzten Tage immer wieder genannt wird, das ist die Effizienz vor dem Tor.

Bei der Anzahl der Torschüsse hat sich sowohl in der Anzahl als auch in der zugehörigen Tabelle kaum etwas verändert, ähnlich sieht es bei den Gegentorschüssen aus. Schauen wir uns direkt die erzeugten Torchancen an, die wir in xGoals messen wollen. Bemerkenswert ist, dass in beiden Phasen die Bayern und der BVB die meisten Torchancen erzeugen, obwohl der BVB auch ein Tal durchschreiten musste.

Wie aus dem Vergleich der Tabellen ersichtlich ist, es hat sich aus Sicht der Borussia praktisch nichts geändert. Sie erzeugt statistisch gleich viele Torchancen und liegt in der Tabelle einen Platz schlechter, was sicherlich im Rahmen der statistischen Fehler ebenfalls gleich ist. Es liegt damit wohl nicht an der Menge der erzeugten Torchancen. Schauen wir uns nun an, wie effizient die Borussia mit ihren Torchancen umgegangen ist.

Die Tabelle zeigt die Anzahl der Tore, die die Mannschaften aus ihren kreierten xGoals erzielt hat. Auch in der ersten Phase war die Borussia nicht überragend effizient, aber sie hat eben viele Torchancen kreiert und sich deswegen insgesamt auf den vierten Tabellenplatz einordnen können.

Das Kreieren von Torchancen ist, wie wir gesehen haben in der zweiten Phase auch nicht das Problem, aber wie aus der Tabelle ersichtlich ist, liegt sie abstiegsreif auf Platz 17 mit nur noch knapp über der Hälfte der Ausbeute an möglichen Toren. Hier ist nur noch der HSV schlechter.

Fazit

Das überall und viel diskutierte Problem der vergebenen Torchancen der Borussia lässt sich mit Hilfe der xGoals statistisch deutlich belegen.